" Der Maler in der Stille "







 


 Wir lernten Curt Marquardt auf einem Spaziergang, den wir mit  lieben Freunden (Max und Marianne) machten, kennen und  schätzen.
 Spaziergänge und Radtouren durch Fischerhude machten wir  damals noch an den Wochenenden, denn durch unsere Arbeit  hatten wir oft nur wenige Wochenenden für uns zur Verfügung .
 Fischerhude ein Kleinod zwischen Bremen und Worpswede liegt  in einer weiten Wiesenlandschaft in der Nähe von Ottersberg.
 Hier konnten wir unsere Seelen baumeln lassen !
 An einem Weg am Rande von Fischerhude sahen wir im Fenster  eines kleinen Holzhauses ein Bild auf dem auch ein Drachen zu  sehen war.





Da ich mich schon lange mit Geschichten, Gedichten und der Geschichte des Drachen beschäftigte mußte ich unbedingt erfahren wer solch ein Bild gemalt hatte und warum gerade ein Spielzeugdrachen auf einem Oelbild zu sehen ist.
Also wurde der alte Türklopfer, der an der oberen, der in zwei Hälfte unterteilten Tür, die an einen Pferdestalltür erinnerte geklopft und nach dem Bild, einem Triptychon gefragt.
Curt Marquardt kam aus dem Haus und erzählte uns, das auf dem Bild zur Herbstzeit, wenn die Felder abgeerntet waren, die Mädchen mit den Jungen aus dem Dorf zum Drachensteigen auf die Wiesen gingen. Die meisten Felder waren schon abgeerntet und so konnten die Kinder, die damals ja noch im Haus und bei der Feldarbeit helfen mußten, ihrem Spiel nachgehen. Anschließend wurden wir zu einem kleinen Klönsnack ins Häuschen gebeten.







 
 
Die Bilder zeigen die Landschaft von Fischerhude.
 

Links:
Die Kinder auf der benachbarten Wiese.
õÝ Die große Schwester läßt einen Drachen steigen, während die kleine Schwester mürrisch daneben sitzt, weil sie die Drachenschnur nicht halten darf.

 

Mitte:
Die Wiese auf der die Eltern das Gras mähen

Rechts:
Der Graben mit den Birken, den die Eltern mit ihren Kindern,
wenn sie zur Wiese gingen, die gemäht werden sollte,
überqueren mußten.
  



               Drachenbilder der alten Meister
                   Bilder mit Drachen gibt es nur sehr wenige, Goya, Spitzweg sind Maler die mir bekannt sind.







Drachensteigen
1879
Carl Spitzweg
38 x 12 cm
Alte Nationalgalerie Berlin
La Cometa
1778
Francisco de Goya
269 x 285 cm
Museo del Prado

Curt Marquardt fanden wir auf Anhieb sympathisch, denn er war einer der Menschen, die einem offen und ehrlich gegenüber standen.
In seinem Haus waren wir von der Vielzahl der Bilder begeistert und kamen aus dem Staunen nicht heraus, an den Wänden, überall Bilder. Während Curt seinen Tabak aus der Verpackung kramte und sich erneut eine Zigarette drehte sagte er:
" Ob ihr es glaubt oder nicht -  ich verkaufe meine Bilder sogar ".

Zwischen dieser ersten Begegnung und dem zweiten Treffen lagen einige Wochen. Zur Weihnachtszeit besuchte ich Curt wieder, denn bei unserem ersten Besuch hatten ich auch ein Landschaftsbild entdeckt welche meiner Frau und mir sehr gut gefallen hatte.


Nun hoffte ich dieses Bild noch vor zu finden, denn es sollte ein Geschenk für
meine Frau werden.Das Glück war mir holt und so konnte ich unser erstes Bild mit nach Bremen nehmen.



(Hoher Himmel  - Landschafts Studie Fischerhude)

 






Ein Jahr später besuchten wir Curt erneut und konnten
unser nächstes Bild erwerben.Der Nachthimmel über Fischerhude löste in uns Erinnerungen wach;
die wir oft in den Allerwiesen und anderen Orten erlebt hatten.
Auch heute noch erinnert dieses Bild uns an den den Sternenhimmel an der Aller.

(Fischerhuder Nachthimmel)    


                            

Bei jedem Besuch war es ein Erlebnis mit Curt zusammen in seinem Häuschen einen Klönsnack zu halten.
Curt erzählte von seinen Erlebnissen als Stewart wie er noch zur See gefahren ist und auch die "Besonderen Geschichten" wurden uns von
Curt erzählt.
So kam eines Tages ein Kunde in sein Atelier und fragte ob Curt ihn ein Bild in einer bestimmten Größe malen konnte.
"Sicher kann ich das, aber warum sollte das Bild eine bestimmte Größe haben" , fragte Curt.
Der Kunde erzählte das er in seinem Haus in einer bestimmten Ecke einen Wasserfleck habe und dieser Fleck sollte mit dem Bild verdeckt werden.
Das Motiv ist egal, hauptsache der Fleck ist nicht mehr zu sehen.
Wie Curt darauf reagierte will ich hier nicht beschreiben, aber der Leser kann es sich sicherlich vorstellen das Curt nicht gerade begeistert war.

Nach dem Tod meiner Frau schaute ich so manches Mal wieder bei Curt ins Atelier und hin und wieder erzählte er von den Gästen in seinem
Atelier die ihn  " Besonderen Erlebnisse " verbunden waren.

Bei einem weiteren Besuch habe ich Curt gebeten mir, wenn er die Lust verspüre, ein Drachenbild zu malen und . . . . .
          
. . . . . beim nächsten Besuch konnte ich beobachten, wie das Drachenbild langsam entstanden ist.




 
Auch Marianne und Max aus Berlin haben sich ein Drachenbild von Curt gewünscht und es Weihnachten 1998 erhalten.



Pressetext: Weser Kurier; von Uwe Dammann
 
Den alten Traditionen verhaftet
Fischerhuder Maler Curt Marquardt will die Motive nicht neu finden
 
Marquardts Bilder sind in leuchtenden Farben gehalten. Seine Motive findet der Maler in der näheren Region.
 
Bauernwiese bei Fischerhude Er ging aus Liebeskummer auf Weltreise, fuhr elf Jahre lang zur See, studierte anschließend Malerei und machte sich einen Namen als Kunsthändler und Sachverständiger für die alten Worpsweder: Curt Marquardt aus Fischerhude. Jetzt stellt der Maler selbst seine Arbeiten aus. Seine farbigen Landschaftsbilder und Stilleben sind zur Zeit in der Galerie Girschner in Worpswede zu sehen.
Curt Marquardt hat viel erlebt und kann etliche Geschichten erzählen: 1937 wurde er in Baden, das damals noch nicht zur Stadt Achim gehörte, geboren. Weil er kein Moorwasser vertrug zogen seine Eltern mit dein Knirps nach Bremen.
Bauernwiese bei Fischerhude und Marquardt Foto von Uwe Fricke

Anfang der Sechziger Jahre packte er seine sieben Sachen und entschwand nach Amerika. Der Grund: Liebeskummer. Seine Freundin war mit ihren Eltern in die USA gegangen und Curt Marquardt blieb einsam und verlassen zurück. Allerdings nicht lange: Er zögerte nur kurz und reiste hinterher. Zwar hatte er kein Geld für die Überfahrt, aber das konnte man sich ja verdienen. Curt Marquardt heuerte als Steward auf einem Überseedampfer an, erreichte wohlbehalten New York, suchte und fand seine Freundin doch die hatte sich inzwischen mit einem anderen getröstet. Die Enttäuschung war groß: Marquardt kehrte postwendend wieder auf den Ozeantiesen zurück. Doch was sollte er nun in Bremen? Also blieb er Steward und verbrachte elf Jahre lang die meiste Zeit auf See. "Ich brachte es sogar bis zum Obersteward", erzählt Marquardt. Dabei sah er die Welt: War in Japan, Indonesien, Neuguinea, Rußland, Australien und mehrfach in den USA.
Das Interesse an der Kunst ließ ihn auf seinen Reisen aber nicht los. Marquardt malte in jeder freien Minute und besuchte in allen großen   die  Museen, um die Arbeiten der alten Meister zu studieren. Die besonderen Vorbilder die Impressionisten um Manet, Monet und Cézanne. In den siebziger Jahren hängte er die Seefahrt an den Nagel und machte sich in Bremen als Kunsthändler und Sachverständiger für Malerei selbständig. Schwerpunkt: Die alten Worpsweder.
Die wurden ab 1988 auch zum Vorbild für das eigene Schaffen. Seitdem ist Curt Marquardt als freischaffender Künstler tätig und lebte in Bremen, Worpswede und in Fischerhude,
Direkt an der „Alten Wassermühle“ wohnt er seit fünf Jahren in einem kleinen Holzhäuschen. Das Moorwasser verträgt er in der Zwischenzeit wieder.
Sein Haus ist gleichzeitig Galerie, Atelier und Wohnraum.
„Ich bin ein Gebrauchsmaler. Die Leute sollen sich die Sachen an die Wand hängen können“ sagt Marquardt über seine Werke. Dabei stört ihn auch nicht, daß etliche Motive den Kennern der "Alten Worpsweder" Malerei bekannt vorkommen. Stil und Farbkornpositionen sind den Traditionen verhaftet.
„Ich male ebenso wie meine Vorbilder in der selben Landschaft, die vor hundert Jahren auch nicht anders aussah. Ich kann Motive nicht neu erfinden“, sagt Marquardt.
So finden sich in der Worpsweder Ausstellung ein Triptychon unter dem Thema „Sturm im Teufelsmoor“. Auch auf dem Bild „Früher Herbst im Moor“ sind alte Katen mit Reetdach zu sehen. Von leuchtender Farbintensität   dagegen Bauernwiese bei Fischerhude und der „Frühlingsregen“, ebenso wie die Blumenstilleben.


Curt Marquardt malt in seinem Atelier bevorzugt Landschaften und Stilleben,

Gleichzeitig ist das Haus Galerie und Wohnraum.


 



Pressetext: Weser Kurier Donnerstag, 21. Februar 2002
 
„ Mit dem Malen die Realität verträumen „
Fischerhuder Curt Marquardt malte für Oetker, Bahlsen und Schmidt

von Andreas Becker

In der Welt des Fischerhuder Malers Curt Marquardt ist die Idylle fast mit Händen zu greifen. Das gemütlich eingerichtete Wohn-Atelier liegt malerisch an einem kleinen Seitenarm der Wümme. Vor dem Wohnzimmerfenster schläft eine Katze, während der Künstler an der Staffelei steht und über sein aktuelles Werk philosophiert.
Kurz vor seinem 75. Geburtstag geht Marquardt neue Wege und arbeitet - in Maßen experimentell: Auf die Leinwand hat er eine dünne Sandschicht  aufgebracht darauf mit Ölfarben gemalt, was dem Bild mehr Plastizität verleiht. Auch beim Motiv hat er etwas Neues versucht und abstrakte Farbflächen aufgetragen. Ein junger Wilder wird Curt Marquardt wohl nicht mehr werden - dem steht nicht nur sein Alter entgegen. "Meine Motive sind immer noch   Gleichen. Eine Symbiose aus Worpsweder und Fischerhuder Traurigkeit mit einem Schuss Renoir, um Fröhlichkeit in die Bilder zu bringen", erzählt Marquardt, der am 14. März seinen 75. Geburtstag feiert.
An der Worpsweder Malerei schätzt er die stillen Motive, die er in sein Werk übernommen hat. Die Landschaften, die kargen Szenerien, die zurückgenommenen Farben. Am Impressionisten Renoir liebt er das Gegenteil: die Fröhlichkeit, das Farbenfrohe, die Mischung aus Luft und Licht. Nicht von ungefähr zeigen Marquardts Bilder beide Elemente. Die Motive der Worpsweder, umgesetzt mit den Mitteln der Impressionisten. Die stilistischen Eckpfeiler seines Schaffens sind auch an seinen Vorbildern abzulesen: Otto Modersohn und Renoir.
Seit 1990 lebt er in seinem Atelier in Fischerhude, doch ist das künstlerische Schaffen nur ein Teil seiner Biographie. Seine Ausbildung zum technischen Zeichner absolvierte der gebürtige Achimer in Bremen, durchlief nebenbei ein Ingenieurstudium und gründete später mit einem Freund eine Verpackungsfirma. In den fünfziger Jahren ließ er sich auszahlen und fuhr zur See. Aus Liebeskummer, wie er sagt. Er heuerte als Stewart an und bereiste die ganze Welt.
In diese Globetrotterjahre fielen auch seine ersten Begegnungen mit der Kunst. Während sich andere Mitglieder der Besatzung für , Schnaps, Bier und Frauen " interessierten, begeisterte sich der junge Marquardt für "Schnaps, Bier und die großen Museen der Welt. Zwischen den Seereisen blieb Marquardt an Land und nahm Unterricht beim Braunschweiger Kunstprofessor  Gustav Rüggeberg. Das perspektivische Zeichnen hatte er bereits in der Berufs-schule gelernt.
Eine Fertigkeit, die ihm später zugute kommen sollte. "Die Kunst in der Malerei ist doch, etwas Dreidimensionales entstehen zu lassen", sagt er heute.
Doch bis er die Malerei zum Lebensmittelpunkt machen konnte, musste er sich von der Seefahrt verabschieden.
Das Ende kam, als er in den sechziger Jahren mit der "Lakonia" Schiffbruch erlitt. Die Katastrophe vor der Westküste Afrikas kostete 111 Menschen das Leben. Marquardt trieb zwölf Stunden an eine Tür geklammert im Meer und wurde von der Besatzung einer französischen Fregatte aus dem Meer gefischt. 1974 ging er endgültig von Bord und gründete in Bremen das Kunsthaus Visurgis.   
In den folgenden Jahren machte sich Marquardt einen Namen als Experte für die Malerei des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Besonders die Maler der Worpsweder Schule sowie Münchner und Düsseldorfer Im- und Expressionisten zierten die Wände seiner Galerie. Zusätzlich legte Marquardt von die Prüfung zum Sachverständigen und Auktionator ab. Bereits in der Bremer Zeit, begann er zu malen unter dem Pseudonym Ernst Wilhelm Marque.
Nach Fischerhude zog er 1990 und richtete sich sein kleines Atelier ein. Bis heute zieht er mit seinem Notizbuch in die Natur und bildet Motive ab, die er vor der eigenen Tür findet.
"Ich Male Bilder, die Den Menschen Freude machen sollen.
Nicht die Realität abbilden sondern verträumen ist sein Anspruch.
Er malt aus dem Bauch heraus und ist ein Feind der Bilder, bei denen ihm das Hirn den Pinsel führt.
Der Erfolg gibt ihm Recht, so manch ein Prominenter hat schon den Weg in das CM-Atelier gefunden. Altkanzler Schmidt machte. ebenso eine Stippvisite wie die Oetker-Familie und Hermann Bahlsen.
„ Bevor man ein Bild malt, muss man lange darüber nachdenken. Aber wenn man anfängt, muss  das ruckzuck gehen", zitiert er Max Liebermann. Seinen künstlerischen Anspruch verteidigt Curt Marquardt so kompromisslos, wie er alle Bereiche seines Lebens organisiert.
So hat er vor Jahren einen Hamburger Zahnarzt aus seinem Ate-lier geworfen, weil dieser ihn herablassend behandelt hatte.
„Dadurch sind mir ein paar tausend Mark durch die Lappen gegangen“, sagt er und grinst jungenhaft.



Diese Postkarte wurde von Curt für Karin bei unserem letzten Besuch im September 2006 gemalt.


1895 wurde das bäuerliche Leben durch die Ansiedlung des in Fischerhude aufgewachsenen Malers Heinrich Breling bereichert und nach dem Zuzug von Clara Rilke-Westhoff, Dietrich Speckmann, Otto Modersohn und weiteren Künstlern als das "Dorf der Bauern und Künstler" bekannt.

Mittlerweile sind zum Wochenende die Wege und Strassen so gut von den Bremer Ausflüglern besucht das die Ruhe, die gesucht wird, einfach nicht aufkommen kann.
Unsere heutigen Spaziergänge in und um Fischerhude, finden jetzt (nach dem wir unser Arbeitsleben hinter uns haben) an den Wochentagen statt, dann kann man Fischerhude wie in alten Zeiten, noch Stille, Ruhe, Gelassenheit und Erholsamkeit erleben und spüren und immer wieder die Seele baumeln lassen.

Mit Curt und Susanne zusammen im Haus oder an den warmen Sonnentagen im Garten einen kleinen Plausch zu halten tat unserer Seele immer wieder sehr wohl. In dem idyllischen verträumten Garten gleich hinter seinem Häuschen, das an einem kleinen Seitenarm der Wümme liegt und von einer unbeschreiblichen Schönheit war, haben wir so manch schöne Stunde verbracht.
Hier erzähle uns Curt von seinem Vater und dessen Arbeitsleben auf der AG Weser.
Auch die Geschichte des Kunden der von Curt, ein für ihn sehr wichtiges Bild restauriert haben wollte, wurde hier wieder lebendig.
Curt schaut sich das große Bild des Kunden an und erkannte das er die Restaurierung gleich ausführen könne.
Der Kunde sollte in der Zeit in welcher Curt das Bild restaurieren wollte einen Spaziergang machen.
Nach einer halben Stunde war der Kunde wieder im Atelier und war von der abgeschlossen Arbeit begeistert. Man konnte gar nicht mehr erkennen das die Pedale eines Fahrrades durch die Leinwand gestoßen war, so gut war die Restaurierung gelungen. Als Curt nun nach dem Preis ( 50 DM ) für die Reparatur gefragte wurde reagierte der Kunde sehr unwirsch und sagte das es ja wohl ein Unding sei einen solchen Stundenlohn für diese kurze Arbeitzeit zu berechnen. Das Curt diesen Kunden schnell aus seinem Häuschen gebeten hat können sich sicherlich alle vorstellen.


Im Dezember 2005 besuchten wir wiederum Curt den "Maler in der Stille"
Eigentlich wollten wir an diesem Tag gar nicht nach Fischerhude, sondern in Hexenberg an der Wümme entlang bummeln gehen, aber wie so oft im Leben kam alles anders.
Es war regnerisch und kalt, die Wege durch die Wiesen warenvoller Pfützen und so entschlossen wir uns zu einem Besuch im Rilke-Café um dort einen schönen Kaffee trinken, also machten wir uns mit dem Auto auf dem Weg nach Fischerhude in das
Dort genossen wir Kaffee und Kuchen und haben uns in diesem gemütlichen Haus gleich sehr wohl gefühlt.
 
 

"Das alte Rilke Haus"
, wie es von den Fischerhudern seit Jahrzehnten genannt wird,
wurde von 1917 1919 gebaut
und bekam von Rainer Maria Rilke den Hausspruch:
 
"Da vieles fiel, fing Zuversicht mich an, die Zukunft gebe, dass ich darf, ich kann!"
Es war das Wohnhaus und Atelier seiner Ehefrau Clara Rilke Westhoff die es als Malerin und Bildhauerin (u.a. auch Schülerin von Auguste Rodin in Paris) bis zu ihrem Tode 1954 bewohnte.
Die gemeinsame Tochter Ruth Rilke lebte hier bis an ihr Lebensende 1972 und gründete das Rilke Archiv, das sich noch bis Mitte der Siebziger Jahre in diesem Haus befand, dann aber noch Gernsbach verlegt wurde. Rainer Maria Rilke und Clara Rilke  Westhoff gehörten zum engen Freundes  und Künstlerkreis um Heinrich und Martha Vogeler, Fritz Mackensen, Hans am Ende, Fritz Overbeck, Otto Modersohn und Paula Becker Modersohn als beste Freundin von Clara.
 
Noch jahrelangem Leerstand ging das Haus 1977 von den Nachfahren Rilke Westhoffs in den Privatbesitz über und wurde von uns von Grund auf renoviert und restauriert.

Das Haus
von Rainer Maria Rilke (31.10.1900)

Leis steht das Haus vor seinem letzten Sterne,
den die vergangne Nacht herunterzieht.
Doch seine Fenster sind schon voller Ferne,
voll eines Morgens, welcher groß geschieht.

Zukünftiges und Weites im Gesicht -
so steht das Haus im noch nicht wachen Garten, -
Und seine Stufen, die auf Wunder warten, -
täuschen sich nicht ...

 


Zum vergrößern bitte auf das Bild klicken.

Wenn wir nun in Fischerhude sind, dann müssen wir auch bei Curt und Susanne sehen lassen, also ging es zu seinem kleinen verträumten Haus an dem Seitenarm der Wümme.
Gemütlich war es bei Curt, draußen regnete es weiter und drinnen bei Curt war es angenehm warm und so setzen wir uns wieder an den schon gut bekannten Tisch unter der Treppe.
Die Katze lag auf der Fensterbank auf ihrer Decke und nahm kaum Notiz von uns.
Beim Klönsnack in gemütlicher Viererrunde viel uns wiederum ein Bild auf  (
Wetter Studie in Fischerhude ) das uns begeisterte.
Es war sicherlich auch unsere Stimmung an diesem grauen Wintertag das uns dieses Bild besonders gut gefallen hat.
Es war im Gegensatz zu dem tristen Wintertag ein Lichtblick auf den bevorstehenden Sommer.
Es zeigte uns nicht nur den blauen Himmel, sondern schon die grünen Wiesen und den leuchtenden Mohn am Rand der fest reifen Getreidefeldes.
 


















Ein besonderes schönes Bild in das wir uns gleich verliebten.

 Wetter Studie in Fischerhude


                             Den Rahmen bürsten, dann konnten wir dieses Bild mitnehmen.



Im Frühjahr 2006, wir machten wieder einmal mit Freunden (Gudrun und Peter) einen Spaziergang durch Fischerhude und sahen wir  im Fenster von Curts Atelier ein Mohnbild.
Ein Mohnbild welches uns ein Lächeln in das Gesicht zauberte, es strahlte uns an, es wollte es sagen:
" Ich weiß einen Platz bei euch Zuhause wo ich in Zukunft weiter für euch strahlen möchte ! "
Nun,  wir klopften an die Tür des Ateliers und hörten Curts Stimme, die rief : "Kommt rein, wir sind im Garten!"
Im schattigen Garten, die ersten Insekten flogen unter den Bäumen und Büschen saß Curt und lud uns ein Platz zu nehmen.
Wir berichteten gleich von dem Mohnbild in seinem Fenster und Curt erzählte uns das es von Susanne gemalt worden sei.
Im nächsten Moment schon griff Curt nach dem Telefon, welches immer auf dem Gartentisch lag und rief Susanne an und erzählte von unserem Besuch und dem Interesse an ihrem Bild.
Kurz darauf  erschien Susanne und erzählte nun im weiteren Gespräch das Curt das Bild " Lachender Mohn " genannt habe und wir es gerne haben könnten.


Wir erzählten von unserem letzten Spaziergang im Rhododendron Park und den farbenprächtigen Fotos der Mohnblumen, die wir dort aufgenommen hatten. Wir versprachen Susanne ihr Abzüge bei unserem nächsten Besuch mitzubringen.
Zum Ende unseres Besuches bei Curt lud uns Susanne zu sich in ihr Atelier ein und wir mußten wiederum staunen was auch hier für schöne Motive zu sehen waren. Unsere Freunde Peter und Gudrun entdeckten gleich ein Bild auf dem ein blühenden Lavendelfeld zu sehen war und begeisterten sich für dieses Bild.



Am einem Donnerstag im September 2006 waren wir wieder in Fischerhude, wir wollten für unser Treppenhaus etwas Herbstdekoration besorgen.
Natürlich mußte auch Curt auf unserem Herbstdekorationsbummel begrüßt werden.
Nach dem Anklopfen hörten wir die Stimme von Curt " Die Tür ist auf - komm rein " !
Wir setzten uns zu ihn an den Tisch wo wir Curt beim Zeitungslesen an diesem etwas frischeren Morgen vor dem kleinen Heizstahler unterbrochen haben.
Während wir uns über das Erlebte und den vergangenen Urlaub, den wir gerade genossen hatten, unterhielten , sahen wir in seinem Atelier das wieder einige neue Werke entstanden waren.
Ein Landschaftsbild strahlte uns an, "Glühendes Moor", so wurde dieses Bild genannt welches immer wieder unsere Blicke auf sich zog.
Es glühte auch als wir es aus dem Lichtkegel der Lampe nahmen.
Welch eine Kraft in diesem Bild liegt kann man nicht beschreiben, man muß es gesehen haben.
Während unserer Unterhaltung gingen unsere Blicke immer wieder zu diesem Bild. Es strahlte eine so große Wärme aus das man meinen könnte im Winter brauche nicht mehr geheizt zu werden.
Ob Curt sich wohl von diesem Bild trennen würde ?
Richtig, er konnte sich von dem Bild trennen, und so hat auch dieses Bild bei uns ein neues zu Hause gefunden.
Nach einiger Zeit kam auch Susanne zu uns und wir konnte ihr die Fotos von ihrer Vernissage in Cuxhaven übergeben.


Die wärmenden Sonnenstrahlen der September Sonne hatten mittlerweile die Luft erwärmt und die dünne Wolkendecke vom Morgen durchbrochen, Susanne bat uns in den Garten zum gemeinsamen Kaffeetrinken. Die ersten welken Blätter und die noch zum Teil feuchten Spinnengewebe in den Bäumen und am Haus erinnerten uns das der Herbst bevorstand.
Bei einer Tasse Kaffee und einer genußvollen Zigarette wurde über die Jahreszeiten und vieles mehr philosophiert.
Nur Curt, der früher ein genußvoller Raucher war, wollte sich an diesem Genuss nicht mehr hingeben, denn schon vor geraumer Zeit war Curt zum Nichtrauher geworden. Mit einem kleinem Abstand zu Curt, er sollte, wenn möglich keinen Qualm abbekommen, genossen wir restlichen drei Raucher die Zigarette in der warmen Sonnenstrahlen.
 
Eigentlich wollten wir, wie schon so oft, Curt nur kurz "Guten Morgen" sagen uns
nach seinem Wohlbefinden erkundigen und ihm erzählen das es uns gut geht.
Verplaudert haben wir uns auch wieder an diesem Morgen, denn als wir zur Uhr schauten war die Mittagszeit schon lange erreicht. Curt und Susanne fragten uns ob wir ein paar Äpfel aus ihrem Garten mitnehmen wollten, denn diese Äpfel (Boskoop) halten noch einige Wochen bei guter Lagerung.
 
Der Korb, den Susanne dann an den Gartentisch holte, war bis zum Rand mit den von ihr geernteten Äpfeln gefüllt, von denen Sie uns einige  veeinpackte. Beimrabschieden beschrieb Susanne uns den Weg zu ihrem Bauern in Huxfeld wo Sie immer ihren Einkauf erledigt.
Diesen Geheimtip nahmen wir nach dem Besuch war und konnten so in Huxstedt auf einem Bauernhof noch einige leckeren Esswaren erstehen.

Am darauffolgenden Samstag waren wir wieder in Fischerhude, das wir wieder bei Curt und Susanne waren muß ich wohl nicht erwähnen.
Susanne bat uns die Webseiten ihrer Vernissage auszudrucken und da wir nochmals nach Huxstedt zum Bauern einkaufen wollten, haben wir den Weg
den Weg über Fischerhude genommen.
Curt hatte extra für unseren Besuch einen Apfelkuchen gebacken und wir müssen sagen, "EINFACH LECKER" !


Unsere Bilder die wir bisher von Curt erhalten haben.



Hoher Himmel

Fischerhuder Nachthimmel



 
Glühendes Moor
Wetter-Studie in Fischerhude

 

Bauernmädchen mit Drachen


Fischerhude und Curt und Susanne werden von uns in einem Atemzug genannt.




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